Monika Helfer: Die Bagage

Klappentext:

„Von uns wird man noch lange reden.“ Monika Helfers neuer Roman „Die Bagage“ – eine berührende Geschichte von Herkunft und Familie

josef und Maria Moosbrugger leben mit ihren Kindern am Rand eines Bergdorfes. Sie sind die Abseitigen, die Armen, die Bagage. Es ist die Zeit des ersten Weltkriegs und Josef wird zur Armee eingezogen. Die Zeit, in der Maria und die Kinder allein zurückbleiben und abhängig werden vom Schutz des Bürgermeisters. Die Zeit, in der Georg aus Hannover in die Gegend kommt, der nicht nur hochdeutsch spricht und wunderschön ist, sondern eines Tages auch an die Tür der Bagage klopft. Und es ist die Zeit, in der Maria schwanger wird mit Grete, dem Kind der Familie, mit dem Josef nie ein Wort sprechen wird: der Mutter der Autorin. Mit großer Wucht erzählt Monika Helfer die Geschichte ihrer eigenen Herkunft?

Es gab Tage, an denen wurde man ungewollt überall auf das Buch hingewiesen. Ob in den Buchhandlungen oder in den Medien – es schien kein Weg daran vorbei zu führen. Naiverweise fiel ich darauf rein und las das Buch, wozu ich mehrere Anläufe benötigte. Die Lebensgeschichte der Großmutter und ihrer Familie, die auf 160 Seiten beschrieben wurde und die Autorin prägte, müssten doch schnell zu lesen sein. Denkste. Mir fiel es schwer.

Seit der ersten Seite stieß es mir sehr negativ auf, dass gefühlt in jedem zweiten Satz die Schönheit der Großmutter betont wurde. Böse Zungen würden behaupten, dass dies gemacht wurde, um Füllwörter zu generieren und die geringe Seitananzahl zu erhöhen, um den Preis von 19€ zu rechtfertigen. Noch bösere Zungen würden behaupten, dass die mehrmalige Nennung der Schönheit der Autorin, die äußerlich nach ihrer Großmutter kommt, nichts anderes als „Fishing for kompliments“ ist. Ich empfand es als unpassend.

Die Familiengeschichte ist recht schnell und überschaubar erzählt und gibt genau den Klappentext wieder. Arme Familie, die am Ende des Ortes in den Bergen wohnt und von der Dorfbevölkerung eher gemieden wird. Dies wird mit kleinen schönen Anekdoten beschrieben und das war es auch schon. Sprache und Inhalt sind O.K., mehr nicht.

Ich empfand sowohl den Inhalt als auch die Sprache nicht berauschend und den bereits erwähnten Preis dafür als zu hoch. Die Autorin mag von ihrer Familiengeschichte geprägt sein. Diese in schriftlicher Form der Welt mitzuteilen hätte sie nicht unbedingt machen müssen.

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